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Wie sinnvoll sind nachträgliche Dachbeschichtungen?
Seit einigen Jahren freut sich eine Branche über immer dickere Auftragsbücher: die Dachbeschichter. Ihre Informations- und Verkaufsstände fehlen praktisch auf keiner Regionalmesse, und ihr Außendienst besucht selbst die kleinsten Dörfer. Versprochen wird eine nachträgliche Beschichtung der alten Dachoberfläche, um eine Bemoosung zu verhindern und die Lebensdauer des Daches sogar aufs Doppelte zu verlängern. Fachleute des Dachdecker Verbandes Nordrhein haben die Arbeiten der Dachbeschichter einmal gründlich unter die Lupe genommen. Vor der Beschichtung wird die Dachfläche gereinigt. Diese Reinigung kann aber nur sehr oberflächlich sein, da bei verfalzten Eindeckungen und in den Bereichen der Überdeckung auch nach der Reinigung Schmutz und Ablagerungen verbleiben. Nach dem Abtrocknen der Dachfläche wird die Beschichtung - meist auf Acrylbasis - aufgebracht. Doch anstatt jahrelanger Haltbarkeit zeigen sich schon nach kurzer Zeit erste Ablösungen - und zwar zuerst im Bereich der Überdeckungen und Verfalzungen, weil hier durch die verbliebenen Verschmutzungen keine dauerhafte Verbindung zum Eindeckungsmaterial hergestellt werden konnte. In diese Haarrisse dringt Feuchtigkeit ein und löst schon bald größere Teile der Beschichtung wieder ab. Das Ergebnis ist bereits nach wenigen Jahren ein fleckiges Dach. Die Lebensdauer der Eindeckung wird übrigens durch eine Beschichtung keinesfalls verlängert, sondern kann sich sogar verkürzen, weil die Beschichtung z. B. die keramischen Eigenschaften einer Ziegeleindeckung negativ beeinflussen kann. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass bei einer unsachgemäßen Dachbegehung durch die Beschichter Schäden erst entstehen können. Absolut abzuraten ist von der nachträglichen Beschichtung von asbestzementhaltigen Dächern. Die Reinigung würde krebserzeugende Faserteilchen aus der Dachfläche lösen und wird daher als Ordnungswidrigkeit - auch gegen den Hausbesitzer - verfolgt. Außerdem können Nachbarn gegen den ausführenden Betrieb und den Hausbesitzer Strafantrag wegen Körperverletzung stellen.
Sonnige Aussichten: Das eigene Kraftwerk auf dem Dach
Die Vorräte an fossilen Energieträgern gehen zur Neige: Erdgas, Erdöl und Kohle stehen zum Teil nur noch für einige Jahrzehnte in ausreichender Menge zur Verfügung. Atomkraftwerke sind politisch mehr als umstritten. Bei der Suche nach Alternativen haben Techniker schon vor längerer Zeit die Sonne als Energiespender entdeckt. Sie schickt uns über das Jahr gesehen immerhin die 15.000-fache Energiemenge auf die Erde, die die Menschheit zur Zeit verbraucht.
Nach einem ersten, eher zaghaften Anlauf - angestoßen durch die Ölkrise Anfang der 70er Jahre - die Sonnenenergie zu nutzen, befindet sich die Solar- und Photovoltaikbranche seit einigen Jahren wieder in Aufbruchstimmung. Auch große Mineralölfirmen und die Energieversorger befassen sich mittlerweile intensiv mit der Nutzung von Sonnenenergie.
Strom und Wärme von der Sonne
Im Gegensatz zu konventioneller Energieproduktion ist Sonnenenergie abgasfrei, geräuschlos und umweltfreundlich. Für die Nutzung werden zwei unterschiedliche Systeme angeboten. Photovoltaikanlagen und Solarthermieanlagen. Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenenergie in Elektrizität um. Solarthermie ist dagegen ein System, dass die Wärme aus der Sonnenergie auf ein geschlossenes System überträgt und zum Heizen und zur Wassererwärmung genutzt wird.
Umweltgerecht und wirtschaftlich
Ein vier Personenhaushalt kann seinen jährlichen Strombedarf mit einer Photovoltaik-Fläche von 30 m² decken. Nach 16-18 Jahren hat die Anlage mehr Ertrag erwirtschaftet, als die Errichtung gekostet hat. Die Kosten einer kompletten Photovoltaik-Anlage liegen etwa bei 750 bis 1300 Euro pro m² Fläche, je nach Produkt und Gestaltung. Die Lebensdauer der Module wird auf ca. 30 Jahre geschätzt.
Mit einer Solarthermieanlage wird die Sonnenenergie thermisch genutzt, das heißt, es wird Wärme gespeichert. Solarthermieanlagen eignen sich vor allem für die Brauchwassererwärmung. Aber auch die Heizung kann durch die Sonne unterstützt werden. Um hier eine spürbare Energieeinsparung zu erreichen muss das Haus einen sehr guten Wärmeschutz haben.
Sonnenkollektoren haben heutzutage einen Wirkungsgrad von bis zu 85 %. Im Jahre 2001 wurden rund 1 Million m² Sonnenkollektoren in Deutschland installiert. Der Energiedeckungsgrad einer Solaranlage schwankt zwischen 20 % im Dezember und 95% im Juli; übers Jahr verteilt produziert eine Solaranlage 60% des Energiebedarfs zur Bereitung von warmem Wasser. Pro Person kann man mit 1 bis 2 m² Kollektorfläche und einem Speichervolumen von 60 bis 120 l rechnen. Im Hochsommer kann bei voller Sonneneinstrahlung auf die Nachheizung des Wassers verzichtet werden. Eine Solaranlage kostet, je nach Produkt und Montageart, 1000 bis 2000 Euro pro m².
Politische Schützenhilfe
Um die Gewinnung alternativer Energien zu fördern, haben sich die Politiker einiges einfallen lassen. Solarthermie- und Photovoltaikanlagen werden durch diverse Programme des Bundes, der Länder und der Kommunen gefördert. So regelt zum Beispiel das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Abnahme und Vergütung von Strom aus regenerativen Energiequellen. Bei Sonnenschein kann der zuviel produzierte Strom in das Netz gespeist, bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter diesem wiederum Strom entnommen werden. Gemäß dem EEG sind Stromnetzbetreiber verpflichtet, Solar-Strom abzunehmen und zu vergüten. Das EEG hat für die Vergütung einen fixen Betrag vorgesehen, für Solarstrom beträgt dieser z.Z. 48 Cent/kWh.
Installation nur vom Fachmann
Bei der Installation von Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen ist Fachwissen gefragt. Nur wenn die Anlagen fachgerecht angebracht wurden, ist eine optimale Energiegewinnung garantiert. Bei Solaranlagen ist eine Indachmontage, also eine in die Dachfläche integrierte Anlage, eine Aufdachmontage oder eine Einbindung in die Fassade möglich. Ebenso wie die Photovoltaikanlage sollte eine Solarthermieanlage idealerweise gegen Süden ausgerichtet sein und einen Winkel zwischen 20° und 50° haben. Auch mit Ausrichtungen gegen Süd-Ost oder Süd-West werden noch gute Erträge erzielt.
Zur Gestaltung bieten sich verschiedene Bauarten in Dach und Fassade an. Bei Steildächern ist eine Aufdachmontage oder, was sich insbesondere bei Neubauten oder Neudeckungen anbietet, eine Dachintegration, als ganze Fläche oder als Solardachziegel, möglich. Die Dachintegration übernimmt neben der Stromerzeugung auch die Schutzfunktion und ersetzt damit die konventionelle Dachdeckung. Bei Flachdächern ist eine Aufständerung anzuraten, denn die Anlage steht idealerweise in einem Winkel von 30° zu der Horizontalen. Aber auch bei Flachdächern kann die Anlage in die Dachabdichtung integriert werden. Gegebenenfalls ist dann eine größere Fläche erforderlich, um genügend Ertrag zu erzielen. Bei allen Möglichkeiten der Gestaltung ist es wichtig, dass die Anlage nicht durch Bäume, benachbarte Gebäude, Antennen oder ähnliches beschattet wird, denn dies bringt Energieverluste mit sich.
Festzuhalten gilt: Ob Photovoltaik- oder Solarthermie, eine Anlage, die Sonnenenergie nutzt, ersetzt kostbare Rohstoffe und bringt den Hausbesitzer einer kostengünstigen und unabhängigen Energieversorgung ein gutes Stück näher.
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